Archiv der Kategorie: Ratgeber

Steffen Möller – Expedition zu den Polen

Steffen Möller ist ausgemachter Polenkenner und wohnt auch zeitweise dort. In „Expedition zu den Polen“ beschreibt Möller eine Fahrt mit dem Berlin-Warszawa-Express und bringt dem Leser so das Nachbarland auf eine ganz eigene Art und Weise. Man erfährt wo früher die Grenze verlief, wie man manche Ortsnamen ausspricht, polnisch richtig dekliniert und warum sich der Erwerb von Ackerland in Polen aus steuerlicher Sicht lohnen kann. Ohne als langweiliges Sachbuch rüber zu kommen, erklärt der Autor dem Leser vieles von dem was er vermutlich bisher nicht wusste, was aber vielleicht die eine oder andere Irritation beim nächsten Polenbesuch vermeiden hilft. Dabei kommt man auch manches Mal in Schmunzeln, insbesondere auch bei den Vergleichen zwischen Deutschen und Polen.

Schön ist auch wie Steffen Möller die Übergange zwischen Sachkundeberichten mit den Erlebnissen im Zug verknüpft. Das Buch lässt sich recht flüssig lesen. Den Lesefluss störende Elemente gibt es nicht. Einige Fotos und Grafiken lockern das Buch etwas auf, allerdings in einem nur geringen Maße, was aber vollkommen ausreichend ist.

Im übrigen ist das Buch auch für all jene interessant, die planen per Auto, Fahrrad oder Flugzeug nach Polen zu kommen, denn vieles in dem Buch dreht sich wirklich allgemein um Polen. Und noch was ist sicher interessant: die Zahl der Autodiebstähle in Polen ist seit den 90er Jahren drastisch gesunken. 😉

In diesem Sinne: einfach lesen und Gefallen an Polen finden.

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Steffen Möller – Viva Warszawa!

Steffen Möller ist Deutscher und wohnt seit über zwanzig Jahren in Warschau. In „Viva Warszawa!“ beschreibt er sein Leben vor Ort, warum der Rest Polens Warschau nicht mag und wieso die Warschauer immer über ihre Stadt schimpfen.

Das Buch ist sehr kurzweilig beschrieben und neben diversen Geschichten, die Möller in Warschau erlebte, gibt es auch einige sehr interessante Tips für Touristen, die sich mal abseits von Königsschloss und Kulturpalast umschauen wollen. Wer also schon immer mal wissen wollte, wo es die besten Pfannkuchen in Warschau gibt und ob er gefahrlos jedes erdenkliche Taxi nehmen kann ohne dabei über den Tisch gezogen zu werden, der wird in „Viva Warszawa!“ die Antworten auf diese Fragen finden.

Wer einen klassischen Reiseführer erwartet, wird sicher enttäuscht sein, denn das ist „Viva Warszawa!“ sicher nicht. Dennoch finden sich in dem Buch zahlreiche Hinweise für Touristen, die man in einem klassischen Reiseführer vielleicht eher nicht finden würde und die dem Besucher von Warschau die Stadt aus einem ganz anderen Blickwinkel zeigen.

Das Buch liest sich recht flüssig, hat durchaus einen in Teilen humoristischen Klang und zeigt Warschau und seine Bewohner von einer Seite, wie man sie wohl eher nicht erwarten würde. Wo ich dem Autor aber widerspreche, ist die Aussage, die Polen würden Touristen gegenüber eher verschlossen sein und ihnen nicht von sich aus helfen. Genau das habe ich jedoch dort schon mehrfach erlebt, anders als in Deutschland.

Wer bisher Polen nur von den grenznahen Polenmärkten kennt, der sollte vielleicht mal dieses Buch lesen und sich danach tiefer nach Polen reinwagen. Auch für Leute, die schon öfters in Warschau waren, dürfte das Buch sicher noch die eine oder andere Neuigkeit in sich verstecken und so dazu aufmuntern, nochmal die Stadt zu besuchen.

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Clemens Haipl – Der Wiener takes it all

Clemens Haipl ist echter Wiener und Kabarettist. Diese Kombination brachte ihn dazu einen etwas anderen Reiseführer über seine Heimatstadt zu schreiben. Wer hier erwartet sämtliche Museen Wiens vorgestellt zu bekommen, der wird sicher enttäuscht werden. Dafür erfährt man hier was der Autor von der Restaurantkette Vapiano hält, bekommt Tips zu Lokalitäten wo weniger Touris, dafür mehr Künstler (oder solche die sich dafür halten) verkehren.

Das alles geschrieben in einer herzerfrischenden Art mit Wiener Charme und Wiener Ausdrucksweise, was für uns Deutsche manchmal etwas ungewohnt klingen mag. „Der Wiener takes it all“ lässt sich flüssig lesen, schmunzeln muß man dabei faktisch in jedem der 61 Kapitel. Diverse Gruppen, seien es Politiker, Gutmenschen, Künstler usw. bekommen dabei auch immer wieder ihr Fett weg. Um entsprechende Spitzen ist Clemens Haipl hierbei nicht verlegen.

Gelernt habe ich so einiges, z.B. daß es abseits des Stadtzentrums wohl auch sehr interessante Bauten gibt, wie das Schloss Hof. Und wo man essen gehen kann, wenn man mal den Simmeringer Friedhof besucht, verrät Clemens Haipl ebenso in seinem Buch. Ob man aber wirklich mal in der Bäckerei Mann in der Praterstraße 52 gewesen sein muß, weiß ich nicht so wirklich. 😉

Ebenfalls gut finde ich, daß Haipl auch ein paar wirklich gute Insidertips in Sachen Gastronomie gibt, also Lokale die abseits der Touriströme liegen und somit nicht unbedingt von jedem Wienbesucher besucht werden. Fast alle der im Buch vorgestellten Orte sind auch per ÖPNV oder zu Fuß zu erreichen. Gerade für auswärtige Besucher, die wie ich per Bahn reisen, sicher ganz gut. Aber auch sonst will man sicher nicht freiwillig im Stau stehen. Da hat man als Tourist doch gerne besseres im Sinn.

Wer einen Reiseführer für Wien sucht, der alles akribisch genau beschreibt, der sollte also um dieses Buch einen weiten Bogen machen. Wer gerne schmunzelt, nicht alles so genau nimmt und sich auch gerne mal abseits der Touristenfallen bewegen möchte, der sollte hier unbedingt zugreifen. Sollte ich mal wieder nach Wien kommen, werde ich sicher einige der Vorschläge aus dem Buch mal ausprobieren.

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Prof. Dr. Luise Reddemann, Dr. Cornelia Dehner-Rau – Trauma heilen

Traumatische Erlebnisse erleidet jeder Mensch einmal im Leben. Angst, Ohnmacht, Verzweiflung und Hilflosigkeit sind Gefühle, die jeder kennt und denen man häufig machtlos gegenüber steht. Gänsehaut breitet sich aus, die Atmung und der Herzschlag beschleunigen sich und der Schweiß steht einem buchstäblich auf der Stirn.

Nach einem traumatischen Erlebnis schafft es der Körper durch Ruhe, Zeit und dem ihm inne wohnenden Selbstheilungskräften oft, dass man dieses traumatische Erlebnis überwindet und wieder ins Leben zurückfindet, aber was ist, wenn das nicht passiert? Was ist, wenn verschiedene reize von außen Flash-Backs hervorrufen und einen wieder und wieder in die traumatische Situation zurückkatapultieren und man alles erneut so erlebt, als würde es gerade passieren? Dann spricht man von einer posttraumatischen Belastungsstörung.

Die Autorinnen haben jahrelange Praxiserfahrungen in diesem Bereich der Psyche und haben diesen Ratgeber entwickelt, um unterstützend dazu beizutragen, dass man seine Selbstheilungskräfte aktiviert. Mit gezielten Übungen und Imaginationen kann man sich stärken und den Weg beschreiten, die traumatischen Erlebnisse hinter sich zu lassen.

Vertrauen ist ein wichtiger Punkt, der bei Menschen, die Traumata erlitten haben, gestört ist. Es fällt ihnen schwer Vertrauen aufzubauen und zuzulassen, denn die Gefahr, den Schmerz erneut zu fühlen ist allgegenwärtig. Nicht nur sich selbst vertrauen diese Menschen kaum, auch anderen nicht. Man kann einen sehr großen Nutzen aus diesem Buch ziehen und auch das wieder neu lernen.

Allerdings ist dieses Buch kein Wundermittel und wenn man merkt, dass die Selbsthilfe nicht ausreicht, dann sollte man sich auch nicht davor scheuen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Jeder hat es verdient dass es ihm gut geht und er Freude am Leben empfindet.

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Rolf Merkle – So gewinnen Sie mehr Selbstvertrauen

Psychische Erkrankungen sind auf dem Vormarsch und immer mehr Menschen sind betroffen. Manche Erkrankungen sind organischer Natur und können mit Hilfe von Medikamenten und einer Therapie in den Griff bekommen werden, manchmal reicht auch nur eine Therapie um wieder zu sich selbst zu finden.

Gerade durch Mobbing und das immer mehr schwindende soziale Miteinander, aber auch durch zu viele negative Erfahrungen wie lange Arbeitslosigkeit oder Ablehnung durch Eltern, Freunde etc. kann das Selbstbewusstsein empfindlichen Schaden nehmen. Vieles davon passiert schon in unserer Kindheit und wir können uns nicht wehren. Später haben wir mit den Folgen zu kämpfen.

Der Ratgeber von Rolf Merkle setzt genau dort an, denn mit einem gesunden Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl fällt es uns leichter die Hürden des Lebens zu meistern und die Dinge auch aus anderer Sicht zu beleuchten. Getreu dem Motto: „Was Du nicht willst, das man Dir tut, das füge Dir auch nicht selber zu!“

In diesem Buch enthalten sind ein Test, der Aufschluss darüber gibt, wie es um das eigene Selbstwertgefühl steht und zahlreiche praktische Übungen, die Stück für Stück dabei helfen, sich selbst wieder so zu akzeptieren wie man ist und sich so auch zu lieben und wertzuschätzen. Rolf Merkle deckt den „Kritiker“ in uns auf und schärft den eigenen Blick dafür, diesen zu erkennen und zu entlarven um ihm so die Macht zu nehmen.

Ich kann das Buch nur jedem wärmstens empfehlen. Auch ich habe mehrere Monate intensiv mit dem Buch gearbeitet und danach ging es mi wirklich gut. Ich fühlte mich stark und konnte wieder freudig durchs Leben gehen. Auch heute noch, wenn es Tage gibt, die nicht so gut laufen, nehme ich mir dieses Buch wieder zur Hand und frische mein Wissen auf.

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