Julia Karich – Stempelmädchen

Vom traveldiary-Verlag bekam ich das Buch kürzlich als Rezensionsexemplar zugeschickt. Da ich bereits ein paar Bücher aus diesem Verlag gelesen hatte und die allesamt toll fand, war meine Freude darüber groß.

Julia ist, ja was eigentlich, Weltreisende könnte man sagen. Seit vielen Jahren ständig unterwegs, ob in Südamerika oder Asien oder in Australien. Toll, könnte man meinen. Doch das Buch schafft es nicht zu begeistern. Zum einen sind da die teils nicht nachvollziehbaren Sprünge von einem Land ins nächste. Wie viel Zeit zwischen den Reisen lag oder was sonst noch von Interesse wäre, das verschweigt die Autorin. Eben noch in Portugal, findet sich der Leser plötzlich in Nepal wieder. Einen vierwöchigen Brasilienaufenthalt auf knapp zehn Seiten (Taschenbuchformat wohlgemerkt) zusammenfassen – kann man machen, aber da dürfte einiges dabei auf der Strecke geblieben sein und vermutlich hätte man alleine aus diesem Aufenthalt bereits ein eigenes Buch machen können.

So ist es stattdessen nur ein Hin- und Hergehüpfe und irgendwann wartet man schon wieder auf die Szene, wo sich Julia besäuft oder in irgendeiner Kloschüssel übergibt. Ja, man kann so ein Leben führen wie die Autorin, man kann auch so ein Buch schreiben wie sie es tat, aber wirklich wen davon begeistern – vom Leben wie vom Buch – das kann man wohl eher nicht. Dazu kommt, daß es ein Buch ist, daß sich irgendwie sehr schnell liest. Bloß schnell weiter lesen, vielleicht kommt ja wirklich noch etwas interessantes. Doch die Hoffnung erfüllt sich nicht wirklich.

Dem Buch fehlt der rote Faden, fehlt auch der Mehrwert für den Leser – da wäre sehr viel mehr möglich gewesen. Aber auf knapp 200 kleinen Seiten das Leben der letzten rund 25 Jahre beschreiben, haut halt einfach nicht hin, auch wenn es nur die zahlreichen Reisen umfasst.

Fazit: ein eher enttäuschendes Buch, wo bei dem Thema sehr viel mehr möglich gewesen wäre.

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